Sicherheit im Fokus: Kärnten stärkt Katastrophenschutz und investiert Millionen in den Schutz vor Naturgefahren
Vom 13. bis 15. November wird ganz Kärnten zum Schauplatz der bisher größten Katastrophenschutzübung des Landes. Unter dem Titel „Combined Success 2026“ wird ein schweres Erdbeben simuliert. Rund 2.500 Menschen aus Behörden, Einsatz- und Rettungsorganisationen, Bundesheer, Polizei, Energieunternehmen, Gesundheitswesen und weiteren Institutionen nehmen an der dreitägigen Übung teil.
„Ziel der Großübung ist es, den Katastrophenschutz in Kärnten weiter zu stärken. Es geht darum, das Zusammenspiel und Zusammenwirken aller Einsatz- und Rettungsorganisationen so realitätsnah wie möglich durchzuexerzieren“,
betont Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner. Die Übung erstreckt sich über das gesamte Bundesland und wird im Schichtbetrieb auch während der Nacht durchgeführt. Dabei werden Alarm- und Notfallpläne überprüft, Einsatzabläufe trainiert und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen auf die Probe gestellt. Auch die sogenannten Leuchttürme in den Gemeinden werden eingebunden. Sie dienen im Katastrophenfall als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung und zur Weitergabe wichtiger Informationen. Das Epizentrum des fiktiven Erdbebens bleibt bis zum Beginn der Übung geheim.
„Solche Übungen sind entscheidend, um im Ernstfall rasch, professionell und abgestimmt handeln zu können. Mein Dank gilt schon jetzt allen, die sich daran beteiligen und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Kärntnerinnen und Kärntner leisten“,
so Fellner.
25,5 Millionen Euro für Wildbach- und Lawinenschutz
Einen weiteren Schwerpunkt der Regierungssitzung bildete der Schutz vor Naturgefahren. Die Landesregierung sicherte die Finanzierung des Jahresarbeitsprogramms 2026 der Wildbach- und Lawinenverbauung ab. Insgesamt können damit rund 25,5 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen und die Sicherheit der Bevölkerung investiert werden. Vorgesehen sind rund 15,3 Millionen Euro vom Bund und ein Landesbeitrag von insgesamt rund 5,3 Millionen Euro. Weil ursprünglich erwartete Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds nach dem Hochwasser 2023 derzeit noch nicht absehbar verfügbar sind, wird innerhalb des Wasser- und Lawinenschutzbudgets eine Million Euro umgeschichtet. Dadurch können wichtige Projekte ohne Verzögerungen weitergeführt und vorhandene Bundesmittel vollständig ausgeschöpft werden. Auch die Finanzierung möglicher Sofortmaßnahmen nach Unwettern bleibt gesichert.
„Schutzprojekte gegen Wildbäche und Lawinen sind direkte Investitionen in die Sicherheit der Menschen, ihrer Häuser und unserer Infrastruktur. Deshalb schließen wir die Finanzierungslücke jetzt. Vorsorge braucht Verlässlichkeit“,
erklärt Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger. Naturgefahren könnten zwar nicht verhindert, ihre Auswirkungen durch vorausschauende Planung und wirksame Schutzbauten aber deutlich reduziert werden. „Unser Ziel ist es, Menschen und Infrastruktur bestmöglich zu schützen und gleichzeitig ökologische Anforderungen zu berücksichtigen“, so Lagger-Pöllinger.
Gesundheitsvorsorge bis 2029 abgesichert
Beschlossen wurde außerdem die Finanzierung des „Checkpoint sexuelle Gesundheit“ für die Jahre 2027 bis 2029. Das Land Kärnten stellt dafür jährlich rund 274.500 Euro für Beratung, Prävention und Testangebote bereit. Damit werden die Arbeit der Einrichtung und die Weiterentwicklung zu einem medizinischen Behandlungszentrum langfristig abgesichert.
„Sexuelle Gesundheit ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Es braucht professionelle und niederschwellige Angebote, die ohne Angst vor Stigmatisierung in Anspruch genommen werden können“,
unterstreicht Gesundheitslandesrätin Beate Prettner. Im Jahr 2025 wurden rund 2.500 Beratungen, 3.667 Testungen und 303 Schulworkshops durchgeführt.
„Je früher Infektionen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und desto wirksamer können weitere Übertragungen verhindert werden“,
so Prettner.
Natur schützen und Nachwuchssport fördern
Die Landesregierung nahm zudem den Tätigkeitsbericht und den Rechnungsabschluss 2025 sowie den Voranschlag 2027 des Nationalparkfonds Hohe Tauern zur Kenntnis. Schwerpunkte sind unter anderem der Schutz der Artenvielfalt, Wildtiermonitoring, Klimaforschung, Bildungsprogramme und die Erhaltung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft. Auch der Landesskiverband Kärnten erhält finanziellen Rückenwind: 385.000 Euro werden als Basisförderung zur Verfügung gestellt, bei entsprechendem Budgetverlauf sind bis zu 423.500 Euro möglich. Die Mittel fließen insbesondere in das Trainerteam, die Leistungsgruppen und die Nachwuchsarbeit.